Bau 01Wie leben Wespen und Hornissen

 Wespenvölker leben nur einen Sommer. Lediglich die im Herbst begatteten Königinnen überwintern in engen Ritzen. Im April oder Mai suchen die Königinnen einen Platz zum Nestbau. Sie legen dann ihre Eier in Waben ab. Nach dem Schlüpfen der Arbeiterinnen übernehmen diese den Nestbau, die Futtersuche, die Pflege der Larven und auch die Bewachung des Nestes. Die Königin legt weiter Eier. Im August schlüpfen die Männchen (Drohnen) und die Jungköniginnen, die dann das Nest verlassen und sich paaren. Die alte Königin stirbt. Der erste Frost im Herbst beendet das übrige Leben im Nest.

Wespen sind Raubtiere. Sie fangen lebende Insekten oder verzehren Aas. Daneben fressen sie Fallobst, Honigtau und Baumsäfte. Nektar können sie nur beschränkt aufnehmen. Nur die Deutsche und die Gemeine Wespe wagen sich an den Kaffeetisch der Menschen, da nur sie süße Speisen und Getränke mögen. Alle anderen Wespenarten und auch Hornissen sind hier nicht zu finden.

Das Nest der Wespen besteht aus einem papierähnlichen Stoff. Die Wespen schaben Holz von Pfosten, morschen Bäumen oder Brettern und vermengen es mit Ihrem Speichel. Die Masse erstarrt zu einem hornartigen Stoff. Das Material ist sehr leicht und haltbar.

Nützlichkeit

Wespen 02 Jeder Gartenfreund sollte sich über ein Nest in seiner Nähe freuen, denn diese Tiere sind sehr nützlich. Sie müssen ihre Larven mit eiweißreicher Nahrung versorgen. Deshalb jagen sie hauptsächlich Schadinsekten.

Die erwachsenen Tiere selbst brauchen, als Flugbenzin sozusagen, kohlehydratreiche Nahrung. Das sind Nektar, Pflanzen- und Obstsäfte. Beim Nektarschlecken auf der Blüte übernehmen sie wichtige Bestäubungsfunktionen. Viele Blüten werden von Hornissen, Wespen und Hummeln auch bei kühlem Wetter bestäubt, denn sie fliegen, im Gegensatz zu Bienen, auch bei Wind und Regen.

Gefährlichkeit

Wespen 02 Hornissen und Wespen besitzen einen Wehrstachel. Dieser wird in der Regel nur dann eingesetzt, wenn es unmittelbar im Nestbereich zu Gefahrensituationen kommt. Alle Verteidigungsaktionen dienen ausschließlich dem Schutz der Brut. Normalerweise stechen die Tiere nicht unmotiviert, da jeder Angriff unnötig Energie kostet. Die Stiche sind nicht gefährlicher als die von Bienen.

Der Aberglaube, dass sieben Stiche ein Pferd und drei einen Menschen töten, ist längst widerlegt. Ein Erwachsener verträgt 100 bis 500 Wespenstiche, ehe er an Nierenversagen stirbt. Dem Menschen werden selbst mehrere Stiche in den Kopf oder andere schmerzempfindliche Körperteile nicht gefährlich.

Verhaltensregeln

Hornissen und Wespen leben nur eine Saison, sterben dann ab und hinterlassen das leere Nest. Dieses kann, sobald der Flugbetrieb ganz aufgehört hat, ohne Gefahr entfernt werden. Die Königin bezieht nie ein altes Nest. Sie baut immer neu. Bei Nestern im Haus- und Gartenbereich Erschütterungen vermeiden und die Flugbahn freihalten. Nie mit einem Stock im Nest stochern, oder mit Benzin und Feuer versuchen, den Nistplatz abzuflämmen. Stiche sind nicht weiter gefährlich, auch nicht für Kinder. Lediglich bei einer Allergie muß sofort ein Arzt aufgesucht werden. Fenster von Kinderzimmern können mit Fliegendraht geschützt werden. Falls sich eine Königin in den Rolladenkasten verirrt hat, sollte der Rolladen nicht mehr bedient werden, da jedes Mal die Waben zerstört werden. Auch davon lässt sich die Königin nicht von ihrem Nistplatz vertreiben. Die Öffnungen zum Rauminneren sollten abgeklebt werden, damit die Tiere nicht in den Innenraum gelangen.

Wespennest beseitigen

Das Wespennest muss nicht in jedem Fall beseitigt werden. Hier einige Gründe, das Nest an seinem Platz zu belassen:

  • Wespenvölker leben nur einen Sommer. Nur die im Herbst begatteten Königinnen überwintern, der Rest des Volkes überlebt nicht. Spätestens im September/Oktober wird das Nest aufgegeben. Ein Nest wird niemals zweimal bevölkert. Es wird sogar gemieden. Das alte Nest sollte daher nicht beseitigt werden, dann hat man in der Regel im nächsten Jahr Ruhe.
  • Wespen und Hornissenstiche sind nicht gefährlicher als Bienenstiche.
  • Wespen und Hornissen reagieren nur aggressiv, wenn sich die Menschen ihrem Nest nähern (ab etwa 4 Meter). Ansonsten sind sie harmlos.
  • Die meisten Wespenarten stehen unter Naturschutz.
  • Hornissen und Wespen fressen andere Insekten und Schädlinge, vor allem Fliegen. Das können pro Tag und Volk schon einmal bis zu 3000 Tiere sein. Daneben bestäuben Wespen Blüten.

Besteht allerdings eine Gefahr durch das Nest, beispielsweise durch Wespen- oder Hornissenstichallergie, Gefahren für Kinder etc. kann eine Beseitigung des Nestes notwendig werden. In diesem Fall stehen Ihnen die Feuerwehrleute der gemeinde Kiischpelt gerne mit Rat und Tat zur Seite.